Selbsthemmung bei Gewindetrieben

Die Selbsthemmung ist eine fundamentale physikalische Eigenschaft von bestimmten Gewindetrieben. Sie besagt, dass sich ein ruhender Gewindetrieb unter axialer Belastung nicht von selbst in Bewegung setzt. Dies ist ein entscheidender Sicherheitsfaktor bei Hebebühnen und vertikalen Verstellsystemen.

Achtung beim Konstruieren:
Dynamische Einflüsse wie Stöße oder Erschütterungen können die Haftreibung kurzzeitig überwinden. In sicherheitskritischen Anwendungen darf man sich daher nie ausschließlich auf die Selbsthemmung verlassen!

Physikalische Grenze

Ein Gewindetrieb bremst sich selbst, wenn der Gewindesteigungswinkel (α) kleiner ist als der Reibungswinkel (ρ) der Werkstoffpaarung. Bei typischen Trapezgewinden mit Stahlspindel und Bronzemutter liegt diese Grenze bei einem Steigungswinkel von unter 4° bis 5°.

Kugelgewindetriebe arbeiten mit extrem reibungsarmer Rollreibung und besitzen daher keinerlei Selbsthemmung. Sie erfordern im Betrieb immer eine Haltebremse oder einen selbsthemmenden Getriebemotor.